🗳️ Noch 87 Tage bis zur OB-Wahl in Offenburg · 11. Oktober 2026
← Zurück zur Startseite

Wahlprogramm 2026

Ein Handlungsprogramm für eine lebenswerte, klimafeste und gerechte Stadt. Parteilos. Aus der Stadtgesellschaft.

Einleitung: Warum dieses Programm?

Offenburg steht an einer Schwelle. Die Stadt hat großes Potenzial: zentrale Lage, starke Wirtschaft, exzellente Hochschule, engagierte Bürger. Doch viele drängenden Fragen werden aufgeschoben: Wie gehen wir mit Hitze und Trockenheit um? Wo und wie bauen wir bezahlbar? Wie schaffen wir Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger? Wer wird gehört, wenn Entscheidungen hinter verschlossenen Türen fallen?

Dieses Programm basiert auf drei Prinzipien:

  • Zusammenhang statt Zersplitterung: Klima, Wohnen, Wirtschaft und Verkehr sind verflochten. Was in einem Bereich entschieden wird, wirkt auf alle anderen.
  • Langfristigkeit statt Wahlzyklen: Mit der 10-10-10-Methode fragen wir: Welche Wirkung hat diese Entscheidung in 10 Wochen, 10 Monaten, 10 Jahren?
  • Beteiligung statt Verordnung: Die besten Entscheidungen entstehen, wenn Menschen einbezogen sind. Das ist gerechter und wirksamer.

1. Klimaresilienz: Handeln statt Aufschieben

Das Versprechen

Offenburg wird bis 2035 CO₂-neutral. Das ist nicht optional – das ist überlebenswichtig.

Warum?

Hitzewellen werden schlimmer. Flächen, die heute noch nass sind, werden staubtrocken. Infrastruktur leidet. Wer in Städten lebt, ist zuerst betroffen – und am wenigsten verantwortlich. Das ist ungerecht. Deshalb: schnell handeln.

Konkret heißt das:

  • Massiv Bäume pflanzen: 1000 Bäume pro Jahr bis 2030. Bäume sind natürliche Klimaanlagen.
  • Keine Versiegelung ohne Ausgleich: Neuer Parkplatz? Zwei müssen woanders entsiegelt werden.
  • Solaranlagen auf alle Dächer: Städtische Gebäude bis 2027, dann Förderung für private Häuser.
  • Grüne Finanzierung: Städtische Rücklagen in erneuerbare Energien, nicht in Fossilbrennstoffe.

Die 10-10-10-Perspektive

10 Wochen: Pflanzplan, erste Solar-Förderausschreibungen.
10 Monate: 100 Bäume gepflanzt, 20% der städtischen Dächer mit Solar.
10 Jahre: Offenburg ohne Hitzeinseln. Luft, die atembar ist.

2. Mobilität: Sicher für alle

Das Versprechen

Wer zu Fuß geht oder mit dem Rad fährt, sollte sicher sein. Kinder sollten allein zur Schule gehen können.

Warum?

Mobilität ist Teilhabe. Wer sich kein Auto leisten kann, ist abhängig. Sichere Wege sind ein Demokratie-Thema.

Konkret heißt das:

  • Sichere Schulwege: Jede Grundschule hat einen sicheren Radweg und breite Gehwege. Tempolimit 30 in Wohngebieten – ohne Ausnahmen.
  • Radwegenetz ausbauen: Nicht provisorisch, sondern durchgehende, sichere Achsen zur Hochschule, zu den Bahnhöfen.
  • Fußgängerzonen erweitern: Raum für Menschen statt Autos.
  • Neuer Zubringer = nicht akzeptabel: Mehr Straßen = mehr Autoverkehr. Besserer ÖPNV reduziert Stau.
  • ÖPNV quasi-kostenlos: 365-Euro-Jahresticket (1 Euro pro Tag). Günstiger als ein Auto.

Die 10-10-10-Perspektive

10 Wochen: Schulweg-Sicherheitschecks, ÖPNV-Tarif-Modell.
10 Monate: Erste 2 Schulwege sicher ausgebaut, Pilotprojekt 365-Euro-Ticket.
10 Jahre: Autoverkehr sinkt um 20%, Radfahrer-Anteil steigt auf 30%.

3. Wohnen: Für alle, nicht nur für Reiche

Das Versprechen

Wohnen ist ein Grundrecht. Eine Stadt ist nur lebenswert, wenn alle Menschen hier wohnen können.

Warum?

Wenn Mieten explodieren, gehen zuerst die fort, die es sich nicht leisten können: Schüler, Rentner, Handwerker. Die Stadt wird ärmer – an Menschen, an Vielfalt, an Kultur.

Konkret heißt das:

  • Genossenschaftliches Wohnen fördern: Nicht-private, kooperative Wohnprojekte mit Förderung.
  • Mietpreisbremse in der Praxis: Neuvermietung max. 10% über vorheriger Miete.
  • Leerstand besteuern: Häuser, die leerstehen, während Menschen wohnungslos sind = nicht akzeptabel.
  • Öffentliche Grundstücke nicht zu Schleuderpreisen verkaufen: Selbst bauen oder Erb-Pacht mit sozialer Bindung.

Die 10-10-10-Perspektive

10 Wochen: Wohnungsmarkt-Analyse, Genossenschaften kontaktieren.
10 Monate: Zwei Genossenschaftsprojekte im Genehmigungsverfahren.
10 Jahre: 30% neue Wohnungen in der Genossenschaft, Leerstand beendet.

4. Wirtschaft & Umwelt: Keine falschen Alternativen

Das Versprechen

Starke Wirtschaft und Klimaschutz sind kein Widerspruch. Moderne Fachkräfte kommen dorthin, wo das Leben schön ist.

Warum?

Der beste Standort ist keine Betoncity. Es ist eine lebenswerte Stadt: mit guter Luft, Parks, Kultur, kurzen Wegen. Offenburg kann nicht mit Billig-Flächen konkurrieren – unsere Stärke ist die Lebensqualität.

Konkret heißt das:

  • Bestehende Gewerbeflächen optimal nutzen: Nicht ständig neue Flächen. Bestandsverdichtung, Glasfaser, Homeoffice unterstützen.
  • Grüne Produktion fördern: Steuererleichterungen für CO₂-neutrale Betriebe.
  • Handwerk und Startups locken: Nicht nur Großkonzerne. Kleine, mittlere Betriebe mit Perspektive.
  • Wasserwirtschaft schützen: Offenburg hat Quellen und Brunnen. Keine Wasserverschmutzung durch Industrie.

Die 10-10-10-Perspektive

10 Wochen: Einzelhandelsentwicklung transparent machen, Bestandsflächen-Audit starten.
10 Monate: Erste grüne Betriebe identifiziert und gefördert.
10 Jahre: Fachkräfte bleiben in Offenburg. Wirtschaft ist leiser, cleaner, zukunftsfähiger.

5. Beteiligung & Transparenz: Die Stadt gehört allen

Das Versprechen

Politik sollte nicht ein Spiel von Insidern sein. Entscheidungen entstehen im Austausch mit Bürgern, nicht gegen sie.

Warum?

Wenn Entscheidungen hinter verschlossenen Türen fallen, entstehen zwei Probleme: erstens schlechtere Entscheidungen, zweitens Vertrauensverlust.

Konkret heißt das:

  • Gemeinderatsprotokolle online, lesbar: Strukturiert, suchbar, mit Abstimmungsergebnissen.
  • Bürgerbeteiligung vor Entscheidungen: Bevor ein Park umgebaut wird, fragen wir die Leute, die dahin gehen.
  • Offene Sprechstunden des Oberbürgermeisters: Jeden Montag, ohne Anmeldung, ohne Formalismus.
  • Digitale Partizipation: Wer nicht zur Sitzung kommen kann, kann online beteiligt sein.
  • Solide Finanzen transparent machen: Offenburg hat einen hohen Schuldenstand. Wir müssen darüber sprechen.

Die 10-10-10-Perspektive

10 Wochen: Gemeinderatsprotokolle online, Beteiligungsplattform aufgesetzt.
10 Monate: Erste Beteiligungsprozesse durchgeführt, Rückmeldung an Bürger.
10 Jahre: Vertrauen in Stadtpolitik ist wieder hergestellt. Menschen fühlen sich gehört.

6. Kultur & Identität: Das Herz der Stadt

Das Versprechen

Kultur ist nicht nur „Zusatzangebot“ – es ist das Herzstück einer offenen, lebendigen Stadtgesellschaft.

Warum?

Kultur schafft Identität, verbindet Generationen, Lebenswelten und Menschen unterschiedlichster Herkunft.

Konkret heißt das:

  • Sichtbarkeit im öffentlichen Raum: Kunst und Kultur prägen das Stadtbild aktiv.
  • Tradition und Moderne: Bewährtes erhalten, gleichzeitig Freiräume für neue, kreative Formate schaffen.
  • Kulturelle Vielfalt fördern: Ein breites Spektrum von traditioneller bis zeitgenössischer Kultur.
  • Standortfaktor Kultur: Ein vielfältiges Angebot steigert unsere regionale Anziehungskraft.

Die 10-10-10-Perspektive

10 Wochen: Kulturveranstaltungskalender prüfen, Künstler befragen.
10 Monate: Erste neue Kulturformate umgesetzt, Freiflächen für Kunstprojekte reserviert.
10 Jahre: Kulturelle Vielfalt ist sichtbar im Stadtbild. Offenburg ist eine Kunststadt.

Finanzen & Umsetzung

Offenburg hat einen Schuldenstand von etwa 75 Millionen Euro. Das ist ein Problem. Aber es ist kein Grund zu sagen: „Wir können nichts tun.“

Einige Maßnahmen kosten Geld (Baum-Pflanzung, Radwege). Andere sparen Geld (ÖPNV-Integration spart Mobilitätskosten für Bürger). Wieder andere kosten im ersten Jahr, sparen aber später (Klimamaßnahmen vermeiden größere Schäden).

Konkret für die erste Amtszeit (2026–2030):

  • Jährlich 200.000 Euro für 1000 Baum-Pflanzungen
  • Jährlich 300.000 Euro für Radwege-Ausbau
  • Schuldenabbau: 2 Millionen Euro pro Jahr
  • Genossenschaftliches Wohnen: 500.000 Euro Anschubfinanzierung
  • ÖPNV-Pilotprojekt: 200.000 Euro städtischer Zuschuss

Das ist ambitioniert, aber nicht unrealistisch. Für eine Stadt dieser Größe ist es normal.

Schlusswort

Dieses Programm ist kein Versprechen, dass alles bis 2030 perfekt sein wird. Es ist ein Versprechen, in diese Richtung zu arbeiten – ehrlich, transparent, zusammen mit der Stadt.

Sprich mit deinen Nachbarn über dieses Programm. Was hältst du davon? Was fehlt? Diese Rückmeldungen helfen, es besser zu machen.

Deine Stimme am 11. Oktober 2026 – für ein gemeinsam gestaltetes Offenburg.

← Zurück zur Startseite
→ Anliegen einreichen